Flattr im November – Worte für den Dezember

Hallo!

Bei mir braucht’s keine Whistleblowerwebsite, um transparent zu machen, was im letzten Monat durch Flattr finanziell beigetragen wurde: Es waren unglaubliche 6,35€! Davon kann ich meine GEZ für den Monat bezahlen. Ich hoffe, der BaföG-Antrag ist bald durch und befreit mich dann davon. ;)
Vielen Dank auf jeden Fall für so viel Wertschätzung. Auch die Pageviewzahlen freuen mich immer sehr. Und persönliches Lob oder Tadel für die Rezensionen sind ebenfalls immer super.

Die „Kindergeburtstag“sbeiträge sind vom zweimannblog, den ich auch betreibe. Da habe ich über die Entstehung meines ersten eigenen Hörspiels berichtet, das in den nächsten Tagen online gestellt wird, sobald die Auswertung vom Hörspieluniversumswettbewerb draußen ist. Ich berichte dann noch mal.

Das Hörspiel ist auch der Grund, warum ich in der letzten Zeit so wenig geschrieben und rezensiert habe. Die Frequenz wird folglich wieder zunehmen, das will ich versprechen. Ich gebe euch mein Ehrenwort, ich wiederhole: Mein Ehrenwort. ;)

Dann bleibt mir eigentlich nur noch, euch eine schöne Weihnachtszeit zu wünschen!

Euer Pandialo

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Cassandra’s Run 6 – Rauschgold

Ein kleiner Junge wurde entführt.
Ein Bote ist unterwegs.
Ein Koffer wird durch die Stadt bewegt.
Es hat bereits begonnen …

Hier will ich mal ein Hörspiel vorstellen, nicht rezensieren. Denn es ist noch gar nicht fertig, aber sehr besonders und begeistert mich wieder ungemein.

Cassandra’s Run, ein Hörspiel von Hör-Q-nst, eng assoziiert mit dem freien Radio Radio Z aus Nürnberg, geht in die 6. Runde. Die Stärke diese Hörspiele liegt in der Story, die den_die Hörer_in zum Teil einer subversiven Bewegung gegen den allesbestimmenden Konzern Norcon macht. Die ersten 5 Teile wurden bei Radio Z ausgestrahlt. Immer wieder konnten die „BrainZ“, so werden die Mitverschwörer_innen genannt, abstimmen, wie es weitergehen soll, bis bei Teil 5 der Livestream hoffnungslos zusammenbrach. Deswegen werden die Kapitel des sechsten Abenteuers jetzt im Abstand von 72 Stunden online gestellt und damit die Möglichkeit zur nächsten Abstimmung gegeben.
Auch drum herum tut sich viel: Cassandra’s Run entwickelt sich immer mehr zu einer Kombination aus Hörspiel und ARG, einem Alternative Reality Game, an dem alle teilnehmen können und die reale Welt als Spielplan für eine alternative Realität nutzen. Um die BrainZ zu vernetzen gibt es norcontra.info, eine liebevoll gestaltete Seite, die eine_n mit in die Welt des futuristischen Widerstandes nimmt. Auch die Illustrationen auf der Seite selber sind großartig.

Hier könnt ihr die bisher erschienenen Kapitel nachhören, hier wird noch einmal erklärt, wie ihr mitspielen könnt. Helft den charismatischen Figuren des Widerstandes, Sul im Studio und Cassandra und Donn auf der Straße, den aktuellen Auftrag zu erfüllen!

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Die Fahrt

Fabian von Fähren erwacht in den Trümmern seines Autos – neben seiner toten Frau. Alles scheint verloren. Seine Familie und seine Erinnerungen an die letzten Stunden liegen hinter einem dunklen Schleier.
Ein ehrgeiziger Kommissar will die Wahrheit ans Licht bringen. Doch manchmal ist es besser, die Wahrheit im Verborgenen zu lassen.

„Die Fahrt“ ist ein ganz außergewöhnliches Hörspiel. Michael Gerdes schrieb das Skript und übernahm die Projektkoordination und Musik. Am Schnitt waren allerdings insgesamt 12 Menschen beteiligt. Gerdes nutzte das Hörspiel innerhalb des Hoerspielprojektes als „Cutterschule“. Auf der Suche nach Schnittwilligen meldeten sich einige, die grundsätzlich helfen wollten, sich aber ein so großes Projekt nicht zutrauten. Gerdes gab jedem_r eine Szene, für die sie verantwortlich waren.
Zu erwarten wäre jetzt ein Szenenflickenteppich, das trifft aber absolut nicht zu. Da Gerdes die Finalisierung der Szenen übernahm, ist der Höreindruck auch szenenübergreifend angenehm homogen.

Nicht nur die Entstehungsgeschichte ist ungewöhnlich, auch die Geschichte ist eine vollkommen andere als mensch vom nichtkommerziellen Hörspiel gewöhnt ist. Die Fahrt ist ein Dialogstück, eine Familientragödie, ein Krimi und intrigantes Spiel gleichzeitig. Auf zwei Erzählebenen klärt sich Szene für Szene, was vor dem Unfall und während der Fahrt passiert ist. Einige Reizworte in den gegenwärtlichen Ebene lassen Fabian von Fähren sich der Vergangenheit erinnern. Auch andersherum funktioniert diese Verknüpfung oft. In seinem künstlerischen Anspruch orientiert sich das Skript nicht wie üblich an typischen kommerziellen Produktionen, sondern eher an Radiohörspielen, ohne diese jedoch zu kopieren.

Die Sprecher_innen leisten tolle Arbeit. David Riedel, Sabine Graf, Felix Würgler und Marie-Christin Natusch sind in den Hauptrollen großartig, Frauke Hemmelmann und Sandra Engel stechen auch in ihren kleineren Rollen aus dem Hörspiel angenehm heraus. Alle hauchen ihren Figuren wirkliches Leben ein. Die schön geschriebenen Dialoge füllen sie vollkommen aus und machen sie lebendig. Die Schwierigkeiten, die Kinder aufzunehmen, merkt mensch den Stellen, in denen sie zu hören sind, leider an. Ansonsten wird das Hören durch die Sprecher_innen an keiner Stelle getrübt, sondern nur beflügelt.

Der Schnitt und die Effekte sind bei dieser Produktionsweise natürlich besonders interessant. Jede_r hat normalerweise seinen_ihren ganz eigenen Stil. Durch die wenig actionreiche Geschichte scheinen jedoch potentielle Stolpersteine jedoch schon einmal beseitigt, außerdem wurden die Szenen von Gerdes selbst letztendlich noch angeglichen. Die von ihm zusammengestellte Musik, teilweise freie Stücke unter cc-Lizenz, größtenteils selbst gemacht, ist toll gesetzt und verstärkt die für das Hörspiel sehr wichtigen Emotionen an vielen Stellen hervorragend. Das spannende, aber gleichzeitig auch melancholische Klaviermotiv, das immer wieder auftaucht, bleibt noch stundenlang im Ohr. Und vor allem das Gefühl für Timing verleiht dem Ganzen eine tolle Stimmung und Atmosphäre.

Das Cover ist das einzige, das nicht überzeugen kann. Nichts gegen schlichte Designs, das Motiv ist allerdings nichtssagend und das Layout ebenfalls unvorteilhaft. Normalerweise ist mir die graphische Gestaltung auch gar nicht sonderlich wichtig, es ist nur schade, dass sie hier ein wenig den Gesamteindruck trübt und dem sich dahinter verbergenden Hörspiel ein wenig die Strahlkraft raubt.

Fazit: Trotz der vielen Mitwirkenden ist „Die Fahrt“ ein schönes harmonisches ganzes. Dazu ist die Geschichte bemerkenswert, toll erzählt und schön umgesetzt. Was soll mensch eigentlich noch anderes sagen? Der Nebeneffekt für das Hoerspielprojekt ist ein Dutzend angelernter Cutter_innen, die, wie Sascha Kiss und Falko Diekmann, auch schon in der Zwischenzeit ihre eigenen Erstproduktionen veröffentlicht haben. Auch ich habe übrigens eine Szene übernommen, ich hoffe, die Rezension ist dadurch nicht voreingenommen. Letztendlich hat Michael Gerdes aber den Hauptteil der Arbeit übernommen. „Die Fahrt“ kann komplett ihm zugerechnet werden und er muss sich deswegen absolut nicht verstecken, im Gegenteil. Er verdient für das gelungene Experiment Beglückwünschungen.
Natürlich ist das Hörspiel wieder frei herunterzuladen, was ich auch allen besten Gewissens empfehlen kann.

Bewertung: 14/15

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Rick Future 1 – Planet der Träumer

Ein Auftrag des intergalaktischen Sicherheitsdienstes führt Rick und seine Freunde auf den frisch terraformierten Planeten Godima. Dort sollen sie das Verschwinden einer Forschergruppe aufklären. Dabei stoßen sie auf ein fremdes Volk und eine unheimliche Lebensform aus dem All…

„Planet der Träumer“ ist die erste Folge der momentan 12 Folgen umfassenden freien Hörspielserie Rick Future. Sie erschien 2008 bei Hoerspielprojekt.de. Vor allem der Name Sven Matthias ist von Anfang an eng mit dem Projekt verknüpft. Von ihm stammen die Skripte, er führt Regie, schneidet und produziertdie Hörspiele und leiht der namensgebenden Hauptfigur, Rick Future, seine Stimme.

Die Folge beginnt mitten im All, irgendwann im ganz normalen Bordalltag. Ideale Voraussetzungen, um mit einem Auftrag der Fordianer einen zunächst unverbindlichen Piloten der Space Opera zu beginnen. Obwohl es auch einen Spannungsbogen gibt, dient die Geschichte doch vor allem der Vorstellung der Hauptcharaktere. Wahrscheinlich war Matthias noch gar nicht bewusst, welchen Weg sein erstes Hörspiel einmal gehen würde. Vor allem die Dialoge der Besatzung sind witzig geschrieben, die Charaktere werden einer_m also gleich angenehm nahe gebracht.
Die kritisierte „Terraformierung“ des Planeten Godima erscheint wie eine Parabel auf kommerzielle Nutzung natürlicher Lebensräume (im weitesten Sinne Gentrifizierung), wobei sie im Grunde kaum etwas mit der Story zu tun hat. Diese Idee, die Zerstörung von Ökosystemen zu thematisieren, könnte ruhig noch einmal aufgegriffen werden, eignet sich doch vor allem das Science-Fiction-Genre gut zur parabelhaften Aufarbeitung gesellschaftlicher Probleme. Natürlich geht es auch ohne diesen Anspruch, das Kristallwesen mit seinen Mindcontrollwellen wirkt aber etwas weit hergeholt und suboptimal in die Story eingebettet. Bisher ist es nicht wieder aufgetaucht, aber vielleicht schlägt Matthias den Bogen in der dritten Staffel, um den Kreis zu schließen und Folge 1 noch etwas mehr mit dem Rest der Serie zu verbinden.

Die Sprecher_innenriege ist von Anfang an die gleiche. Sven Matthias spricht souverän den Rick Future, SF-Hörspielveteran Ralf „Searge“ Pappers gibt den Golwonen Hubert, Michelle Martin die Evi und Markus Raab erzählt im mal ruhigen, mal beunruhigenden Bass, je nach Situation. Auch Detlef Tams ist als Huggins von Anfang an dabei. Im Vergleich zu späteren Folgen scheinen sich alle erst ein wenig in die Rollen hereinzufinden, der eine mehr, die andere weniger. Auf jeden Fall ist die Besetzung aber goldrichtig.
Die unterschiedlichen genutzten Mikrophone sind durchaus zu hören. Die Voiceoverparts von Sven Matthias klingen meist etwas dumpf, andere Takes von anderen Sprechern clippen stellenweise leicht. Nichts ist aber so schlimm, dass es das Hörerlebnis beeinträchtigen würde. Andere Serien sind nicht einmal nach einigen Folgen auf dem qualitativen Stand des Rick-Future-Piloten. Das gilt auch für die Produktion.

Die Produktion ist recht gelungen, die Geräusche passen größtenteils zum Geschilderten. Die Atmos hören sich toll an. Auch die Musik von Alexander Gühlke und Hartmut Breuer untermalt angemessen die Szenerie. Sie besteht aus verschiedenen Synthieflächen, wie im Science-Fiction-Bereich üblich. Die Titelmelodie der ersten Staffel ist hübsch, wirkt insgesamt aber fast etwas albern, zu kindlich. Mit der Entwicklung zu ernsteren Geschichten wird sie auch ausgetauscht, wobei die prägnante Klavierakkorde am Anfang hohen Wiedererkennungswert besitzen.
Auch das Cover von Reiner Harf in Zusammenarbeit mit Sven Matthias gibt Rick Future den Anstrich einer Hörspielserie für Kinder, was sie allerdings kaum ist.

Über den im Anschluss an die Handlung erklingenden Song „Funkspruch“ kann mensch geteilter Meinung sein. Eigentlich hat das Stück, das eine Art Ambience-Elektroschlager ist, keinen großen Bezug zum Hörspiel, zumal der Text nicht besonders reichhaltig ist. Aber wer ihn nicht hören will, kann vom vorletzten Track einfach zu den Outtakes springen, die auch im Download enthalten sind.

Fazit: „Planet der Träumer“ ist der Startpunkt von Rick Future. Das Ziel ist noch lange nicht in Sicht, als Hörer_in erfreut ja vor allem der Weg. Noch nimmt sich das Projekt anscheinend nicht ernst. Wie viel Potential in der Serie steckt, wird nach und nach offenbar. Mit den nächsten Folgen schafft sie es die führende Serie des Hoerspielprojektes zu werden. Doch in der ersten Folge ist davon noch nicht viel zu merken. Trotzdem lohnt es sich, sie sich anzuhören. Zuerst natürlich, weil sonst die kontinuierliche Story nicht verstanden werden kann, außerdem, weil es Spaß macht, die Entwicklung der Space Opera von einem etwas zaghaften, aber ernst gemeinten Versuch in der Welt des nichtkommerziellen Hörspieles über einige Orientierungen hin zu einem beeindruckenden Universum zu beoachten.
Die Bewertung ist wahrscheinlich etwas hart, orientiert sich allerdings schon an dem hohen Niveau, das Rick Future in den nächsten elf Folgen entwickeln wird. Schließlich brauche auch ich dann noch Platz nach oben zum Bewerten. ;)
Das knapp 50 Minuten währende Hörspiel gibt es zum freien Download.

Bewertung: 11/15

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Moe Hackett 1 – Das Gemälde des Schreckens

Moe Hackett 1

Moe Hackett ist Privatdetektiv und Geisterjäger. Eines Tages erhält er einen mysteriösen Auftrag: Der Verlobte einer Klientin verhält sich seit einiger Zeit sehr merkwürdig. Nachdem sie ihn mit einer geheimnisvollen Frau im Arbeitszimmer auffand, schien er jegliche Herrschaft über sich selbst verloren zu haben. Hackett geht der kargen Spur nach und bringt sich dabei selbst in lebensgefährliche und gespenstische Situationen.

Zuerst war da eine Wette, die Dirk Forster dazu veranlasste, einen Groschenheftroman zu schreiben. Veröffentlicht wurde er nie, die Welt sollte anscheinend nie davon hören. Bis er in einer Kneipe Chris “Chryso” Histel von diesem Roman erzählte. Dieser hatte vor kurzem in einem privaten Projekt im Familienkreis ein Kurzhörspiel geschaffen und Blut geleckt. Also taten sich die beiden zusammen, arbeiteten die Novelle zu einem Hörspielskript um und gebaren „Moe Hackett“.
Diese Geschichte klingt allein schon nach genug Stoff für ein gutes Skript, geht aber noch weiter. Denn es sollte nicht irgendein Hörspiel werden, sondern ein freies unter Creative Commons Lizenz. Die Sprecher_innen und Musik organisierten sie sich selbst über Twitter und Facebook.

Was dabei herausgekommen ist, kann sich durchaus hören lassen. „Moe Hackett“ ist eine Hommage und verbindet Horrorbekämpfung a la John Sinclair mit dem Charme der in den 50/60er Jahren spielenden Detektivgeschichten. „Das Gemälde des Schreckens“ besitzt dazu eine wirkliche Groschenromanhandlung, wie sie typischer kaum sein könnte. Unterstützt von einigen Institutionen wie seiner Ziehmutter, einer weißen Hexe, oder eines jugendlichen Gothicmädchens mit riesiger Bibliothek über Paranormales, fragt sich der Detektiv bis zur Lösung des Rätsels um die seltsame Frau aus dem Gemälde, die viel lebendiger ist, als es sich für Farbe auf einer Leinwand gehört, durch.

Die Sprecher_innen wurden innerhalb eines halben Tages über Twitter und Facebook rekrutiert. Somit ist nicht nur das Hörspiel frei, sondern auch der Produktionsprozess, was grundsätzlich zu begrüßen ist. Allerdings bringt diese Vorgehensweise auch einige Nachteile, die deutlich zu hören sind. Viele Charaktere, auch wichtige Nebenrollen, sind teilweise etwas emotionslos gespielt, was beim ungeübtem Sprechen sehr schnell geschieht. Von Zeit zu Zeit legen sich einige bei der Interpretation ihrer Rolle auch etwas zu sehr ins Zeug, was unfreiwillig komisch wirkt. Auch die Qualitätsunterschiede bei den Mikrophonen sind deutlich zu hören, die Spanne reicht von relativ schrecklich bis gut.
Die in den Credits aufgeführten Namen sagen mir, soweit ich es übersehen kann, nichts. Alles in allem sind die Sprecher aber mindestens erträglich bis eigentlich ganz gut. Auch wenn mensch immer mal wieder über die Fehler stolpert, ist das kein Grund, aus dem Hören auszusteigen.

Schnitt und Sounddesign sind ganz in Ordnung, auch noch teilweise etwas holprig, was die Geräuschfindung angeht, aber vor allem bei der Schaffung der Räume wirklich gut. Die Musik ist etwas patchworkig, passt aber im Großen und Ganzen auch. Hiermit lassen sich wahrscheinlich keine Preise gewinnen, aber das Hörspiel gewinnt sogar etwas an Charme, da es nicht zu sehr durchproduziert herüberkommt.

Fazit: Moe Hackett ist eine feine Sache. Qualitativ darf mensch keinen Überflieger erwarten, aber ein Sturzflug klingt auch anders. Gerade die Story ist sympatisch und macht Spaß. Witzig sind Bezüge auf Ereignisse in früheren Folgen, die es gar nicht gibt. Von diesem Punkt aus kann die Serie gut weitergeführt werden und hat das Potential, eine Fangemeinde, vor allem aus Nostalgiker_innen, die schon John Sinclair und Larry Brent toll fanden, um sich zu versammeln. Die kleinen Patzer und Ungereimtheiten, die Ecken und Kanten stören nicht wirklich, sie machen das Projekt genau so menschlich, wie es angelegt ist. Ich würde mich freuen, bald eine zweite Folge zu hören. Bis dahin empfehle ich allen, sich „Das Gemälde des Schreckens“ frei herunterzuladen.

Bewertung: 10/15

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Zwischen den Monaten…

… bekomme ich die Auflistung der flattr-Klicks und jedes Mal auf’s neue zwischen den Rezensionen die Möglichkeit, mich auch mal so zum Blog zu äußern.

Das zuletzt beschriebene Ziel von einer Rezension pro Tag ist offensichtlich sehr schwer zu erreichen, aber der Turnus von 2-3 Beiträgen pro Woche erscheint schaffbar und wird weitergeführt. Ich habe noch eine Liste vieler nichtkommerzieller Hörspiele und Produktionen kleinerer Labels, die hier rezensiert werden sollen. Auch will ich den Staffelabschluss und damit die etwas längere Pause von Rick Future nutzen, um nach und nach von der ersten Folge an alle Teile vorzustellen. Wenn ihr noch etwas interessantes findet oder empfehlen wollt, lasst es mich wissen. Eine Vorabrezension eurer eigenen Projekten hätte beispielsweise einige Werbewirkung. ;)
Alle bisher erschienenen Besprechungen findet ihr hier.

Wie immer freue ich mich über Feedback in geschriebener und gesprochener Form, auch in Form von Klicks, Visits, Pageviews und mehr oder minder symbolischer Flattrbeiträge. Diesmal sind beispielsweise 1,09 € zusammengekommen.
Vielen Dank für eure Unterstützung, in jeder Form!

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Parapol 2 – Stolpersteine

parapol 2

Griechenland. Sofia Samara und Stelios Gavalas bilden das neue Team von Parapol, Athen. Ihr erster Auftrag scheint aber noch nicht so recht in das Ermittlungsschema übernatürlicher Phänomene zu passen, zu schlecht dokumentiert, zu wirr scheinen die Ereignisse: Ein Mädchen will ein Wesen mit Haaren aus Schlangen gesehen haben. Das Ermittlerduo möchte den Fall nicht wirklich ernst nehmen, bis es die erste Leiche zu Gesicht bekommt…

Eine Woche nach der Veröffentlichung von „Die Tränen der Madonna“ legt Hoerspielprojekt.de schon die zweite Folge der neuen Reihe „Parapol“ nach. Das Folgenprinzip ist wie eine Art europaweiter Mystery-Tatort (wobei das Prinzip die einzige Parallele sein sollte), diesmal ermittelt das Team aus Athen, Griechenland. Doch nicht nur die Ermittler_innen sind andere, auch die Beteiligten an der Produktion unterscheiden sich fast vollkommen von denen der ersten Folge. Das Buch stammt diesmal von Franjo Franjkovic, für den Schnitt war Falko Diekmann, bekannt durch seinen Erstling Heterotrophe beim Hoerspielprojekt, verantwortlich.

Es liegt nahe, die beiden ersten Folgen miteinander vergleichen zu wollen. Aber genau das ist unheimlich schwierig und kaum angebracht. Während „Die Tränen der Madonna“ eher eine Geschichte in „Who did it?“-Manier erzählt (eigentlich „What the freakin‘ hell happened and who/what is responsible for that?!“), handelt es sich bei der Story von „Stolpersteine“ um Mystery vom Feinsten, die wunderbar mit den regionalen Gegebenheiten und Mythen Griechenlands verwoben ist. Hier erschließt sich der Gedanke hinter Parapol sehr gut. Allzu viel sei nicht verraten, nur das: Die Geschichte ist spannend, ihr roter Faden eine klassische Ermittlung der Beamten der Parapol und das Ende tragisch und toll umgesetzt.
Schön sind die Voiceoverpassagen der Sofia Samara, die als Figur eine interessante Tiefe besitzt. Auch wenn die Hintergrundgeschichte der Ermittlerin fast etwas groß für den Hauptverlauf der Handlung ist, bereichert sie die gesamte Geschichte und wird am Ende sogar mit dem Hauptplot zusammengeführt, was den ergreifenden Schluss erst wirklich möglich macht.

Die Sprecher_innen überzeugen ganz gut, leider kommt zwischen dem Ermittlerpaar manchmal keine rechte Stimmung auf. Das kann schnell passieren, schließlich ist alles dezentral aufgenommen. Trotzdem stört nichts den Erzählfluss, Roman Ewert und vor allem Christiane Marx (die zum ersten Mal beim Hoerspielprojekt zu hören ist) sprechen für sich hervorragend. Die weiteren Namen in den Credits sind Kenner_innen der Szene teilweise ein Begriff, etwa Markus Raab, der auch bei den Mindcrusher Studios spricht, andere wie Michael Gerdes hat mensch auch schon einmal gehört, wieder andere sind relativ neu dabei, aber keinesfalls schlecht. Tatsächlich besteht kaum ein hörbarer Qualitätsunterschied zwischen den verschiedenen Sprecher_innen.

Der Schnitt und das Sounddesign ist solide gemacht, hier zeigt sich wieder das Qualitätskriterium des Kaumbemerkens, was immer ein gutes Zeichen ist, solange die Bilder im Kopf ohne Mühe entstehen. Die Geräusche und die durch den Hall geschaffene Räume wirken sehr natürlich.
Hervorzuheben ist auch der Umgang mit der Musik, die zum Teil aus der ersten Folge von Erik Albrodt übernommen wurde, aber auch von anderen freien Musikern stammt. Sie wurde überaus passend in das Hörspiel gefügt und bringt emotionale Passagen und die etwas düstere Atmosphäre erst richtig zur Geltung.

Das Cover scheint auf den ersten Blick etwas seltsam, die gezeigte Szene mit ihren Figuren, vor allem die mittlere scheint irgendwie hölzern, wenn nicht steinern. Wer die Geschichte kennt, weiß aber, dass die Illustration genau so zum Hörspiel passt und nicht anders. Wolfram Damerius führt das schicke Corporate der Serie weiter.

Fazit: Nachdem Krimifans am ersten Teil von Parapol ihren Spaß hatten, kommen jetzt Mysteryliebhaber_innen auf ihre Kosten. Mit den nächsten Folgen, die in Arbeit sind und die unter anderem in Deutschland und Frankreich spielen sollen, deren Veröffentlichungstermin noch nicht abzusehen ist, wird sich zeigen, welche Richtung die Serie endgültig einschlagen wird oder ob sie so heterogen bleibt, wie sie sich momentan zeigt. Auf jeden Fall ist sie ein tolles Projekt des Hoerspielprojekts, das das Potential hätte, neben Produktionen wie Rick Future stellvertretend für das freie Label zu stehen.
Und das schöne ist, dass das Hörspiel wieder für alle zum freien Download bereitsteht.

Bewertung: 13/15

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Die Korrektur des Handbuchs

Wir schreiben das Jahr 2045: Auf einer Raumstation tief in den Weiten des Alls ereignen sich seltsame Dinge. So verschwinden aus einem Container immer mehr dort gelagerte Gegenstände und der Hauptcomputer bemerkt einen erhöhten Stromverbrauch. Mark Hall und David Walshsind ratlos und bitten die bekannte, aber überhebliche Robotpsychologin Dr. Jamie Melvin um Hilfe.
Hat der Roboter „Caddie“ irgendetwas mit den Vorkommnissen zu tun?

Bei „Die Korrektur des Handbuchs“ handelt es sich gleichzeitig um eine Art Science-Fiction-Krimi und ein Gedankenspiel zu den Asimovschen Robotergesetzen, welche vom Autor des Skripts Ralph Hahn weiterentwickelt wurden. Hahn war mit der fertigen Geschichte in der Schublade auf die Mindcrusher Studios gestoßen und realisierte sie dort, begeistert von der Idee des freien Hörspiels. Die Produktion übernahm Mark Kaczkowski, der auch Dennis Schuster, mittlerweile bei innovative Fiction, für Schnitt, Sound und Musik.

Die Geschichte ist ein Festmahl für Science-Fiction- und Logikfans. Auf spannende Weise wird im Hörspiel ein Fallbeispiel für die von Hahn selbst erweiterten Robotikgesetze plausibel ausgebreitet. Sicherlich hat die Story damit das Problem, eher ein Nischenpublikum zu bedienen. In Punkto Action oder besonderer Spannung kann das Hörspiel da nicht bieten, muss es aber auch gar nicht.
So schön die Geschichte ist, mensch merkt dem Skript an, dass es das erste ist, welches Ralph Hahn geschrieben hat. Der Erzähler nimmt vielerorts sehr viel Raum ein, an vielen Stellen hätten technische Details vermieden werden können, ohne dem großen Ganzen zu schaden. Dadurch entstehen stellenweise retardierende Momente, die den Hörfluss ein wenig stören.

Als Sprecher_innen sind bekannte Stimmen der Mindcrushers zu Gange, genannt seien Carsten Wilhelm als Erzähler, Jan Boysen, Caren Schulz-Vobach und René Wagner. Sie sprechen alle gut, einige störende Stellen gibt es trotzdem. Vor allem die Interpretation von Dr. Jamie Melvin, die Karen Schulz-Vobach spricht, ist zum Teil übertrieben aggressiv oder überheblich, was der Glaubhaftigkeit der Rolle schadet.

Der Schnitt ist toll gemacht, die gesamte Produktion lebt neben dem Skript vor allem durch die Sound- und Musikarbeit von Dennis Schuster. Die schwierige Aufgabe, Roboter klanglich zu erschaffen, sowohl ihre Sprache als auch alle anderen von ihnen stammenden Geräusche zu kreieren, hat er toll umgesetzt. Die „normalen“ Geräusche sind ein wenig spärlich gesetzt, da wirkt das Sounddesign ein etwas steril. Dafür entschädigt die schöne, vor allem synthiebasierte Musik mit leichten Klassik- und Filmmusikeinflüssen, die durch ihre Flächigkeit die futuristische Atmosphäre ganz gut zur Geltung bringt. Leider gibt es aber dadurch kein Leitmotiv, das länger im Gedächtnis bliebe.

Fazit: „Die Korrektur des Handbuchs“ ist eine tolle Geschichte, nicht nur für Nerds und Liebhaber_innen der modernen Physik. Es macht Spaß, sich auf dieses Klauselsystem einzulassen. Die Umsetzung ist nicht perfekt, aber gut. Die Atmosphäre hat es machmal schwer, sich durchzusetzen, weil einige kleinere Unstimmigkeiten beim Hören doch immer wieder stolpern lassen. Trotzdem haben die Mindcrusher Studios ein schönes Werk abgeliefert, dass es wie immer frei zum Download gibt.

Bewertung: 12/15

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Der Fluch 1 – Schatten über Port Hardy

Fluch1

Als Bestsellerautor Glen Snider in den verschlafenen Ort Port Hardy im Norden Vancouver Islands zieht, will er vor allem vergessen. Doch vor den ruhelosen Geistern seiner Vergangenheit gibt es kein Entkommen. Ein Ritualmord geschieht und hilflos muessen Glen und Sheriff Kate O’Connor mit ansehen, wie das Grauen um sich greift und eine uralte Wahrheit ans Licht bringt. Und welche Rolle spielt der amerikanische Katastrophenschutz bei der Sache? Die letzten Stunden von Port Hardy haben begonnen!

„Schatten über Port Hardy“ ist gleichzeitig das zweite Hörspiel des kleinen Labels innovative fiction und die erste Folge eines geplanten Zweiteilers. Das verantwortliche Duo sind Dennis Schuster (Schnitt, Effekte und Musik) und Falk T. Puschmann (Skript, Regie und PR). Beide haben schon früher bei den Mindcrusher Studios unkommerziell gearbeitet, Schuster auch schon bei Pandora’s Play, bevor sie ihr eigenes Label gründeten.

Die Besetzungsliste zeigt den Werdegang der Macher und offenbart eine großartige Mischung aus Professionellen und freien Sprecher_innen. Bert Stevens, der die Rolle des Glen Snyder spricht, dürfte vielen aus unterschiedlichsten Hörspielen geläufig sein, auch vielen des WDR. Aber viele, beispielsweise Sabrina Heuer, Ralf „Searge“ Pappers, Markus Raab, Marco Ansing oder Oda Plein, sind normalerweise bei den Mindcrusher Studios und/oder dem Hoerspielprojekt aktiv.
Interessant ist die Solidarität unter den kleinen Labels. So sprechen auch Dirk Hardegen von Ohrenkneifer und Sönke Strohkark von fear4ears mit.
Bert Stevens macht sich in der Rolle des knurrigen, mesanthropen Schriftstellers großartig, auch wenn die Rolle einem manchmal an den Nerven zehrt. Zwar deutet sich eine Wandlung an, aber in der ersten Folge scheint die Figur des Glen Snyder zu eindimensional gezeichnet. Trotzdem ist Stevens Umsetzung erwartungsgemäß herausragend. Auch die anderen Rollen bleiben meist nicht hinter dem Zugpferd des Hörspiels zurück. Puschmann hat seine Kontakte gut genutzt und eine glückliche Hand in der Besetzung bewiesen.

Die Geschichte, gerade die des Glen Snyder, beinhaltet tolle Ansätze, die auch schön ausgebaut werden (hoffentlich noch weiter im zweiten Teil), was den Großteil der Geschehnisse betrifft, tappt der_die Hörer_in leider immer noch im Dunklen. Es scheint mächtig was schief gelaufen zu sein zwischen den Welten und im Fokus des Geschehens, Port Hardy nämlich. Was es mit den Artefakten auf sich hat und warum geschieht was geschieht, ist noch unklar. Das ist ohne die zweite Hälfte ziemlich unbefriedigend. Hier wurde ein wenig zu sehr auf Spannung gesetzt und der Bogen… nunja, etwas „überspannt“. Andererseits freut mensch sich unheimlich auf die Klärung der Geschehnisse.
Leider gibt es auch ein paar Logikfehler oder unnatürliche Settings, etwa die Liveberichterstattung aus dem Hubschrauber, die etwas konstruiert wirkt.
Die Dialoge sind gut, sie machen die Charaktere aus. Hier die bissigen Kommentare Snyders, dort die leichte Unsicherheit der Kate O’Connor, befehlsgewohnte Militärs, sie alle werden schön gezeichnet.

Sound und Musik sind schön gesetzt. Alles verläuft so reibungslos, dass das Hören sich anfühlt, als würde mensch fernsehen. Die Musik untermalt die Szenen und Wechsel gut, bleibt aber so recht nicht in Erinnerung, obwohl schöne Themen und Synthiearrangements gepaart mit Streichern dabei sind.

Fazit: Es ist klar, dass „Schatten über Port Hardy“ gar nicht wie eine runde Sache erscheinen kann, weil das Ende ja die Mitte der Story ist. Puschmann überlegt öffentlich, sogar mehr als einen Zweiteiler aus dem Fluch zu machen, was eine interessante Option wäre, denn die Geschichte hat viel Potential, das nicht ungenutzt verpuffen sollte. Die Sprecher_innen sind klasse, die Umsetzung ist gut, nicht herausragend, dafür fehlt auch durch die Ungewissheit, die alles ein wenig überschattet, irgendwie noch ein Stück Atmosphäre. Ob sich diese nach dem Hören des zweiten Teils einstellen wird, wird sich zeigen. Auf jeden Fall wird es sich lohnen, sich auch den zuzulegen. Noch vor Weihnachten soll er erscheinen und genau wie die erste, 51-minütige Episode physisch bei pop.de erhältlich und zum Herunterladen in allen bekannten Downloadportalen.
Es bleibt spannend.

Bewertung: 12/15

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Parapol 1 – Die Tränen der Madonna

Parapol 1

Offiziell hatten sie gar keinen Auftrag. Sie hörten nur davon, dass die Madonnenstatue in der Kirche Santa Constanza blutige Tränen weinen würde. Als die Männer der Parapol, Italien – Marco Mantini und sein neuer Kollege Paolo Taglieri – den heiligen Ort betreten, glauben sie nur an einen Marketingtrick. Doch die Tränen der Madonna sind sehr real…
… genau wie der Tod …

„Parapol“ ist die neueste Serie vom Hoerspielprojekt.de. Pro Folge ermittelt ein anderes Team der E.O.I.P.P. (European Organisationin for the Investigation of paranormal Phemonena) einem anderen Land Europas in Mystery-Krimi-Manier. In der ersten Folge, „Die Tränen der Madonna“, muss die italienische Sektion ran, um mysteriöse Vorgänge aufzuklären. Aber nicht nur verschiedene Teams werden bemüht, die Folgen werden auch von verschiedenen Autor_innen des Hörspielprojektes geschrieben. Diesmal zeichnet sich Erik Albrodt für die die Geschichte verantwortlich, der eigentlich mit Earliner sein eigenes nichtkommerzielles Label führt. Auch die Musik, die Regie und den Schnitt der ersten Parapolfolge hat er übernommen.

Ein vermeintliches Wunder ruft die Parapol Italien auf den Plan, ein Wunder, das alle in den Wahnsinn zu treiben scheint. Mehr sei nicht verraten, auch wenn die Geschichte leider etwas durchsichtig ist und spätestens die zweite Hälfte des Hörspiels keine Überraschungen mehr bietet, auch wenn ein Teil, der weniger wichtige für die Geschichte, vollkommen unbeantwortet bleibt. Dafür aber unheimlich viel Witz, keine platten Kollegenwitze im Ermittlungsteam, sondern wirklich sehr schöne Einfälle, wie etwa die komplett überzeichnete Beichtszene direkt am Anfang und die toll geschilderten Rauscherfahrungen. Die Figuren sind gut und markant gezeichnet, vor allem durch die Dialoge und die tolle Sprechleistung. Da ist es fast schade, dass sie einem vorerst nur über die 60 Minuten Laufzeit erhalten bleiben, um in den nächsten Folgen erst einmal nicht mehr aufzutauchen.

Die Besetzungsliste ist lang, die Namen vielen aus der Szene ein Begriff. Felix Würgler wird immer öfter engagiert und auch in naher Zukunft immer öfter zu hören sein- zu Recht. Markus Raab ist dabei, Sascha Kiss (in einer kurzen, aber großartig gespielten Rolle), Roman Ewert und noch einige andere, die mensch kennen könnte. Albrodt hat geübte Sprecher_innen ausgewählt, die ihre Stimme und deren Wirkung ziemlich genau kennen und zu nutzen wissen. Und das ist zu hören.

Auch zu hören ist, dass Schnitt, Sounddesign und Musik aus einer Hand kommen. Alles ist präzise aufeinander abgestimmt und wie aus einem Guss. Dadurch kommt auch die Atmosphäre auf, die ein Mystery-Krimi braucht. Vor allem die Dialoge sind sehr gut geschnitten und auf die Musik abgestimmt. Viel mehr lässt sich gar nicht schreiben, es hört sich einfach verdammt gut an.
Natürlich gibt es auch was für die Augen: Die Covergestaltung von Wolfram Damerius ist gewohnt toll, soll aber noch einmal hervorgehoben werden, weil sie einfach wunderbar auf das Hörspiel einstimmt.

Fazit: „Die Tränen der Madonna“ ist ein toller Auftakt, der Lust auf die weitere Geschichten der Serie macht. Die Story ist leider nicht so spannend, wie ein Krimi sie gebrauchen kann, da sie recht schnell klar ist. Die tolle Qualität der Dialoge, der Sprecher_innen und der Produktion entschädigen allerdings mehrfach dafür.
Schon am nächsten Sonnabend wird die zweite Folge vom Hörspielprojekt veröffentlicht. Dann wird in Griechenland ermittelt, wobei Schnitt, Regie und Buch nicht von Albrodt stammen. Wir dürfen gespannt sein und bis dahin (und weit darüber hinaus) die erste Folge von Parapol frei herunterladen.

Bewertung: 13/15

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