Horrorhaus 2 – Don E.

Wie weit würdest Du gehen, um Deinen Traum zu erfüllen? Der erfolglose Schauspieler David Bernett denkt, er würde die Antwort auf diese Frage bereits kennen. Doch erst, als er den Geschäftsmann Don E. trifft, wird ihm von Auftrag zu Auftrag klarer, wie weit er in Wirklichkeit bereit ist zu gehen.

Mit dem zweiten Hörspiel von fear4ears setzt Labelchef Sönke Strohkark seine Horrorhausreihe fort. Und wieder handelt es sich um eine Horrorgeschichte, die seine vier Dogmen erfüllt. Wieder wurden alle Geräusche extra für dieses Hörspiel aufgenommen, ein Erzähler wird nicht eingesetzt, auch ein Happy End gibt es nicht und es fällt erneut der Satz “Es geschehen ja scheinbar noch Zeichen und Wunder”.
Da das Hörspiel diesmal 100 Minuten lang ist, ist es auf 2 CDs verteilt.
Entgegen dem Ankündigungstext geht es nicht so sehr um Träume, sondern eher um Existenzängste, Geldknappheit und risikoreiche Phantasien, die unheilvolle Folgen auf die Realität haben.

Die Story besteht sozusagen aus mehreren Episoden, Aufträgen, die Don E. an Bernett vergibt. Dadurch wird die gesamte Geschichte recht lang, teilweise etwas unnötig. Mit klugen Kürzungen hätte die Spannung besser aufrecht erhalten werden. Interessant ist die Geschichte des Eddie, der nach und nach aus der Rolle des Sidekicks heraustritt und mit seiner Vergangenheit strukturgebend für die Story wird. Trotzdem tauchen in den einzelnen Abschnitten so viele Details auf, die dazu noch teilweise recht weit hergeholt scheinen, dass die Gesamtgeschichte zwischendurch verwäscht und zerfranst. Trotzdem fügt sich zum Ende alles zum versprochenen Bad End. Für alle Beteiligten.

Die Leistung der Sprecher_innen ist ganz unterschiedlich zu bewerten. Christian Senger ist in seiner Hauptrolle ganz großartig, auch Markus Haase als Eddie spricht toll. Jan Krogmann setzt bei seiner Rolle des Don E. zu sehr auf diablische Kälte, hätte etwas lebhafter spielen können. Die anderen Beteiligten, größtenteils unbekannt, sind mal gut, mal weniger. Dirk Hardegen, selbst Inhaber eines kleinen Hörspiellabels, unterstützt Strohkark mit seiner Stimme übrigens ebenso wie Martin Sabel, der als prominenterer Sprecher einen Gastauftritt gegen Ende hat.

Die laut Dogma 1 selbt gesammelten Geräusche passen sich gut in den Schnitt ein. Wahrscheinlich hätte der Dialogschnitt etwas dichter sein und das Hörspiel dadurch noch einiges an Fluss gewinnen können. Gepaart mit der ausufernden Geschichte bremst dieser Aspekt immer wieder aus.
Die Musik ist eine Mischung aus elektronischen Synthieklängen und Streichern, wie sie in vielen Produktionen vorkommen. Damit unterstützt sie die Atmosphäre, ist aber nicht besonders oder bemerkenswert.

Fazit: Was dem ersten Teil der Serie, Owls Creek an ausgeklügelter Story fehlte, wird hier doppelt so stark gebracht. Allerdings hätte das Skript einige gute Kürzungen vertragen können. Dadurch kommt leider auch nicht die Atmosphäre der ersten Folge auf. Um das richtige Maß zu finden, bedarf es anfänglich einiger Übung, die Strokark anscheinend noch nicht hat. Trotzdem ist Don E. ein Hörerlebnis, das anders als viele andere Hörspiele daher kommt und sich durchaus lohnt, trotz der wenigen handwerklichen Ecken und Kanten. Und genau diese sorgen wiederum für eine gewisse Sympathie.
Don E. wird von pop.de, dem führenden Hörspielhändler im Internet, vertrieben und kann dort (mittlerweile preiswerter)käuflich erworben werden.

Bewertung: 10/15

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