Moe Hackett 1 – Das Gemälde des Schreckens

Moe Hackett 1

Moe Hackett ist Privatdetektiv und Geisterjäger. Eines Tages erhält er einen mysteriösen Auftrag: Der Verlobte einer Klientin verhält sich seit einiger Zeit sehr merkwürdig. Nachdem sie ihn mit einer geheimnisvollen Frau im Arbeitszimmer auffand, schien er jegliche Herrschaft über sich selbst verloren zu haben. Hackett geht der kargen Spur nach und bringt sich dabei selbst in lebensgefährliche und gespenstische Situationen.

Zuerst war da eine Wette, die Dirk Forster dazu veranlasste, einen Groschenheftroman zu schreiben. Veröffentlicht wurde er nie, die Welt sollte anscheinend nie davon hören. Bis er in einer Kneipe Chris “Chryso” Histel von diesem Roman erzählte. Dieser hatte vor kurzem in einem privaten Projekt im Familienkreis ein Kurzhörspiel geschaffen und Blut geleckt. Also taten sich die beiden zusammen, arbeiteten die Novelle zu einem Hörspielskript um und gebaren „Moe Hackett“.
Diese Geschichte klingt allein schon nach genug Stoff für ein gutes Skript, geht aber noch weiter. Denn es sollte nicht irgendein Hörspiel werden, sondern ein freies unter Creative Commons Lizenz. Die Sprecher_innen und Musik organisierten sie sich selbst über Twitter und Facebook.

Was dabei herausgekommen ist, kann sich durchaus hören lassen. „Moe Hackett“ ist eine Hommage und verbindet Horrorbekämpfung a la John Sinclair mit dem Charme der in den 50/60er Jahren spielenden Detektivgeschichten. „Das Gemälde des Schreckens“ besitzt dazu eine wirkliche Groschenromanhandlung, wie sie typischer kaum sein könnte. Unterstützt von einigen Institutionen wie seiner Ziehmutter, einer weißen Hexe, oder eines jugendlichen Gothicmädchens mit riesiger Bibliothek über Paranormales, fragt sich der Detektiv bis zur Lösung des Rätsels um die seltsame Frau aus dem Gemälde, die viel lebendiger ist, als es sich für Farbe auf einer Leinwand gehört, durch.

Die Sprecher_innen wurden innerhalb eines halben Tages über Twitter und Facebook rekrutiert. Somit ist nicht nur das Hörspiel frei, sondern auch der Produktionsprozess, was grundsätzlich zu begrüßen ist. Allerdings bringt diese Vorgehensweise auch einige Nachteile, die deutlich zu hören sind. Viele Charaktere, auch wichtige Nebenrollen, sind teilweise etwas emotionslos gespielt, was beim ungeübtem Sprechen sehr schnell geschieht. Von Zeit zu Zeit legen sich einige bei der Interpretation ihrer Rolle auch etwas zu sehr ins Zeug, was unfreiwillig komisch wirkt. Auch die Qualitätsunterschiede bei den Mikrophonen sind deutlich zu hören, die Spanne reicht von relativ schrecklich bis gut.
Die in den Credits aufgeführten Namen sagen mir, soweit ich es übersehen kann, nichts. Alles in allem sind die Sprecher aber mindestens erträglich bis eigentlich ganz gut. Auch wenn mensch immer mal wieder über die Fehler stolpert, ist das kein Grund, aus dem Hören auszusteigen.

Schnitt und Sounddesign sind ganz in Ordnung, auch noch teilweise etwas holprig, was die Geräuschfindung angeht, aber vor allem bei der Schaffung der Räume wirklich gut. Die Musik ist etwas patchworkig, passt aber im Großen und Ganzen auch. Hiermit lassen sich wahrscheinlich keine Preise gewinnen, aber das Hörspiel gewinnt sogar etwas an Charme, da es nicht zu sehr durchproduziert herüberkommt.

Fazit: Moe Hackett ist eine feine Sache. Qualitativ darf mensch keinen Überflieger erwarten, aber ein Sturzflug klingt auch anders. Gerade die Story ist sympatisch und macht Spaß. Witzig sind Bezüge auf Ereignisse in früheren Folgen, die es gar nicht gibt. Von diesem Punkt aus kann die Serie gut weitergeführt werden und hat das Potential, eine Fangemeinde, vor allem aus Nostalgiker_innen, die schon John Sinclair und Larry Brent toll fanden, um sich zu versammeln. Die kleinen Patzer und Ungereimtheiten, die Ecken und Kanten stören nicht wirklich, sie machen das Projekt genau so menschlich, wie es angelegt ist. Ich würde mich freuen, bald eine zweite Folge zu hören. Bis dahin empfehle ich allen, sich „Das Gemälde des Schreckens“ frei herunterzuladen.

Bewertung: 10/15

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