Parapol 1 – Die Tränen der Madonna

Parapol 1

Offiziell hatten sie gar keinen Auftrag. Sie hörten nur davon, dass die Madonnenstatue in der Kirche Santa Constanza blutige Tränen weinen würde. Als die Männer der Parapol, Italien – Marco Mantini und sein neuer Kollege Paolo Taglieri – den heiligen Ort betreten, glauben sie nur an einen Marketingtrick. Doch die Tränen der Madonna sind sehr real…
… genau wie der Tod …

„Parapol“ ist die neueste Serie vom Hoerspielprojekt.de. Pro Folge ermittelt ein anderes Team der E.O.I.P.P. (European Organisationin for the Investigation of paranormal Phemonena) einem anderen Land Europas in Mystery-Krimi-Manier. In der ersten Folge, „Die Tränen der Madonna“, muss die italienische Sektion ran, um mysteriöse Vorgänge aufzuklären. Aber nicht nur verschiedene Teams werden bemüht, die Folgen werden auch von verschiedenen Autor_innen des Hörspielprojektes geschrieben. Diesmal zeichnet sich Erik Albrodt für die die Geschichte verantwortlich, der eigentlich mit Earliner sein eigenes nichtkommerzielles Label führt. Auch die Musik, die Regie und den Schnitt der ersten Parapolfolge hat er übernommen.

Ein vermeintliches Wunder ruft die Parapol Italien auf den Plan, ein Wunder, das alle in den Wahnsinn zu treiben scheint. Mehr sei nicht verraten, auch wenn die Geschichte leider etwas durchsichtig ist und spätestens die zweite Hälfte des Hörspiels keine Überraschungen mehr bietet, auch wenn ein Teil, der weniger wichtige für die Geschichte, vollkommen unbeantwortet bleibt. Dafür aber unheimlich viel Witz, keine platten Kollegenwitze im Ermittlungsteam, sondern wirklich sehr schöne Einfälle, wie etwa die komplett überzeichnete Beichtszene direkt am Anfang und die toll geschilderten Rauscherfahrungen. Die Figuren sind gut und markant gezeichnet, vor allem durch die Dialoge und die tolle Sprechleistung. Da ist es fast schade, dass sie einem vorerst nur über die 60 Minuten Laufzeit erhalten bleiben, um in den nächsten Folgen erst einmal nicht mehr aufzutauchen.

Die Besetzungsliste ist lang, die Namen vielen aus der Szene ein Begriff. Felix Würgler wird immer öfter engagiert und auch in naher Zukunft immer öfter zu hören sein- zu Recht. Markus Raab ist dabei, Sascha Kiss (in einer kurzen, aber großartig gespielten Rolle), Roman Ewert und noch einige andere, die mensch kennen könnte. Albrodt hat geübte Sprecher_innen ausgewählt, die ihre Stimme und deren Wirkung ziemlich genau kennen und zu nutzen wissen. Und das ist zu hören.

Auch zu hören ist, dass Schnitt, Sounddesign und Musik aus einer Hand kommen. Alles ist präzise aufeinander abgestimmt und wie aus einem Guss. Dadurch kommt auch die Atmosphäre auf, die ein Mystery-Krimi braucht. Vor allem die Dialoge sind sehr gut geschnitten und auf die Musik abgestimmt. Viel mehr lässt sich gar nicht schreiben, es hört sich einfach verdammt gut an.
Natürlich gibt es auch was für die Augen: Die Covergestaltung von Wolfram Damerius ist gewohnt toll, soll aber noch einmal hervorgehoben werden, weil sie einfach wunderbar auf das Hörspiel einstimmt.

Fazit: „Die Tränen der Madonna“ ist ein toller Auftakt, der Lust auf die weitere Geschichten der Serie macht. Die Story ist leider nicht so spannend, wie ein Krimi sie gebrauchen kann, da sie recht schnell klar ist. Die tolle Qualität der Dialoge, der Sprecher_innen und der Produktion entschädigen allerdings mehrfach dafür.
Schon am nächsten Sonnabend wird die zweite Folge vom Hörspielprojekt veröffentlicht. Dann wird in Griechenland ermittelt, wobei Schnitt, Regie und Buch nicht von Albrodt stammen. Wir dürfen gespannt sein und bis dahin (und weit darüber hinaus) die erste Folge von Parapol frei herunterladen.

Bewertung: 13/15

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