Timeshift 1 – Same Day, different Shit

Shaun arbeitet am CERN Institut als Systemintegrator und wird durch ein missglücktes Experiment durch Raum und Zeit geschleudert. Wenn Gegenwart und Vergangenheit aufeinander treffen kann das nur eins zur Folge haben: Chaos. Und genau das ruft die Revisoren der Zeit auf den Plan, die gegenüber Änderungen an der Zeitlinie nicht gerade liberal eingestellt sind.

Bei „Same Day, different Shit“ handelt es sich um den Auftakt der Serie „Time Shift“. Es geht, wie sollte es bei diesem Titel anders sein, um Zeitreisen und ihre Folgen. Hinter dem Hörspiel steckt das kleine nichtkommerzielle Label BlackDays und damit vor allem Bernhard Schlax und Lars Conrad.

Die Story ist im Grunde ein „Was-wäre-wenn?“-Gedankenspiel. Protagonist Shaun gerät bei einem missglückten Experiment im CERN, seiner Arbeitsstelle, zwischen die Zeiten und in die Vergangenheit. Dort verändert er versehentlich durch ein leichtes Anrempeln eines neben ihm stehenden Menschen die gesamte Geschichte. Das wäre nicht schlimm, wenn die Folgen nicht, entgegen der Annahme, einen Krieg verhindert zu haben, viel grauenhafter wären. Der Fehler muss also innerhalb der 80 Minuten Spielzeit behoben werden. Währenddessen versuchen die Kollegen in der Gegenwart, Kontakt zu Shaun aufzunehmen.

Das Skript ist ganz ordentlich, einige Grammatikpatzer (zum Beispiel Präpositionen beim Komparativ – der klassische als-wie-Fehler) machen es aber holpriger, als es sein müsste. Nervig sind auch platte Gespräche im Büro/Labor über Ehefrauen und anderes Rollengedöns, die schnell gern mal unreflektiert in die sexistische Ecke abdriften. Die Geschichte mit ihren alternativen Zukunftsvisionen ist gut durchdacht und mit Liebe gestaltet. Die historischen Kenntnisse des neuen Settings sind präzise und machen Menschen, die sich ein wenig mit Geschichte auskennen, viel Spaß.

Auch die Sprecher_innen machen ihren Job ganz gut, mal besser, mal weniger, allerdings gibt es hier keine großen Stolpersteine. Was allerdings in der Beziehung auffällt, ist der Dialogschnitt, der den Fluss der Szenen öfter retardiert. Außerdem ist das Panning (die Stereoaufteilung der Sprechstimmen auf Links und Rechts) in vielen Dialogen sehr krass. Hier fehlt also noch etwas Produktionserfahrung.
Die Geräusche wirken manchmal noch etwas deplaziert, passen aber in den meisten Fällen gut.
Die Musik ist nicht sonderlich spannend, fällt also kaum auf. Wo sie es doch tut, ist sie gut. Die Mischung aus Gitarren, Drumcomputer und Synthie (und dem Dr.-Who-Thema) funktioniert.

Fazit: Dass Timeshift eine Amateurproduktion ist, lässt sich nicht verleugnen. Es holpert an vielen Stellen noch, aber das ist für eine Erstproduktion vollkommen normal. Die Idee zur Story für diese und die nächsten Folgen ist interessant und hat Potential. Außerdem merkt mensch dem Hörspiel viel Herzblut und Begeisterung an, mit dem es produziert wurde.
„Same Day, different Shit“ leitet ganz klar in eine Fortsetzungsserie ein, deren zweite Folge schon in Produktion ist. Viele Zeitbeispiele werden wohl noch folgen. Das Hörspiel verspricht auf jeden Fall eine spannende Reihe, die qualitativ den Raum nach oben hoffentlich nutzten wird. Allerdings ist davon auszugehen. Ich freue mich auf den nächsten Teil, den es dann sicher auch wieder zum freien Download geben wird.

Bewertung: 10/15

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2 Kommentare zu Timeshift 1 – Same Day, different Shit

  1. Die haben jetzt die zweite Folge online.

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